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von Christina&Jörg Rosemann

Meine erste Reise in die Türkei habe ich 1994 gemacht, damals noch ohne meinen jetzigen Mann, zusammen mit meiner langjährigen Freundin und Arbeitskollegin. Wir sind in Bautzen ins Reisebüro gegangen und haben gesagt, wir wollen mal weg, etwas anderes sehen und vorallem einmal besseres Wetter haben. Die Dame im Reisebüro hat uns nach vielen hin und her die Türkei angeboten und wir buchten Incekum.

Das war auch der erste richtige Auslandsurlaub nach dem Fall des eisernen Vorhanges. Wir hatten uns, leider, vor unserem Urlaub wenig mit der Türkei beschäftigt. Nun ging es also los.

Nach drei Stunden Flug sind wir in Antalya, damals noch der alte Flughafen, gelandet und wurden von ITS-Mitarbeitern empfangen und zu den Transferbussen gebracht.

Nun haben wir fast 14 Tage Dauerregen "einstecken" müssen, man konnte kaum etwas unternehmen, heizen war im Hotel auch nicht möglich. So haben wir Beide nur einen Ausflug nach Pamukalle gemacht. Die Terrassen waren noch offen, man konnte durch die Becken, ohne Schuhe, laufen. Die Landschaft und die netten Menschen haben uns für das schlechte Wetter entschädigt. Die Herzlichkeit der Menschen untereinander hat uns stark beeindruckt.

Im Großen und Ganzen waren wir aber froh, als es nach 14 Tagen wieder zurück ging.

Die Türkei kam dann so ziemlich in Vergessenheit, bis ich 1997 zusammen, inzwischen verheiratet, mit Jörg auf den Malediven war und wir haben dort viele Freunde kennengelernt. Unter anderem auch eine Reiseleiterin, mit welcher wir bis heute in Kontakt stehen. Diese meldete sich dann eines Tages bei uns: "Hallo, wie sieht es aus, wollen wir uns nicht einmal wiedersehen....!" Wir haben erfahren, dass sie nun in der Türkei ist, und mir fiel gleich wieder die Herzlich- und Freundlichkeit der Menschen ein. Ich habe Jörg nicht lange überzeugen müssen, als ich ihm sagte, es gibt auch ein wahnsinnig tolles Essen. So sind wir 1998, ich zu meinem Zweiten, Jörg zum Ersten Mal, in die Türkei geflogen.

Gelandet sind wir im neuen Flughafengebäude, im nachhinein hat es Ähnlichkeit mit dem Airport von Chicago, nur viel kleiner. Es war fast Mitternacht, und der Transfer von Antalya nach Alanya hat es im Dunkeln in sich.

Wir waren froh, endlich im Hotel angekommen zu sein. Unser Hotel war der Club Titan, am Ende von Alanya.

Es war ein Urlaub, wie er im Buche steht, wir haben viel unternommen, viel gesehen und viele Freunde kennengelernt, Deutsche wie auch Türken. Irgendwie kommt man sich komisch vor, wenn alle deutsch reden und wir kommen so ohne Probleme überall durch. Bisher waren wir gewohnt, Hände und Füße in die Verständigung mit einzubeziehen. Das ist nun hier überhaupt nicht der Fall.

Ob im Taurusgebirge, in Alanya oder auf der Straße, man kann sagen, überall wird deutsch verstanden.

Wir hatten schöne 14 Tage im Mai, und wir sagten uns, viel gesehen haben wir ja schon (Taurus-Gebirge (ein Teil davon), Köprülü-Nationalpark zum Rafting, Alanya als wunderschöne Stadt) wir kommen im Herbst wieder und bringen auch unsere Eltern mit.

Und so kam es dann auch, im September kamen wir für drei Wochen nach Kemer in das Hotel Bilkent. Wir haben solch einen Service, wie er in diesem Hotel geboten wird, bisher noch nirgendwo erlebt. Hier ist der Gast ein kleiner König. Das ist er sicherlich auch woanders, aber hier stimmt das Arbeitsklima, und das ist sehr wichtig. Der Ton zwischen Chef und Angestellten ist sehr angenehm.

Hier haben wir sehr viel unternommen, die Städte Kemer und Antalya sind zum Greifen nah, über Kemer sage ich nachher noch etwas. Wir waren nochmal im Köprülü, haben in Aspendos ein Konzert besucht, besichtigten die Grabstätte des heiligen Nikolaus, Pamukalle, inzwischen mit gesperrten Terassen (schließlich wollen die nachfolgenden Generationen auch noch etwas vom Baumwollschloß haben), und waren in Ephesus und Demre. Die Türkei hat wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten, welche es zu erkunden gilt.

Nochmal schnell zu Kemer - an dem Umstand ist zu einem Großteil die Medienlandschaft in Deutschland schuld. Die Hauptsprache ist nach wie vor türkisch, doch an zweiter Stelle rangiert russisch. Und das ist für uns unverständlich. Millionen von Dollar und Deutscher Mark gehen in die Länder der ehemaligen GUS, man kennt es aus Informationen seriöser Berichterstattungen, es sieht nicht gut aus ín der ehemaligen Sowjetunion. Und hier treffen wir auf Leute von dort, die mit Bündeln von Dollar-Scheinen gehen, nach dem Motto, "Was kostet die Welt !". Wir finden das sehr traurig.

In den drei Wochen haben wir sehr viel gesehen, viel über Menschen gelernt und viele Freunde gefunden.

Doch auch diese Zeit ist einmal vorbei. Als eine sehr nette Geste fanden wir, als zu Weihnachten letztes Jahr aus Kemer und Alanya Karten kamen.

 

Anfang 99 passierte es dann, es gab einige Probleme in der Türkei und der Chef der PKK wurde verhaftet. Die Medien in Deutschland haben dieses Thema zum Kochen gebracht. Wie ist es doch immer, wenn irgendwo etwas passiert, man kann so schön von den eigenen Problemen ablenken, und das hat wunderbar geklappt. Die Türkei als Haupziel deutscher Touristen war auf einmal für die Menschen ein "Sicherheitsrisiko".Nicht das wir nun Action oder den Nervenkitzel mögen, wir haben durch unsere Freunde in der Türkei ein unverzerrtes Bild erhalten, auch dank des Internets, dies macht ja eine schnelle Kommunikation möglich, ohne große Kosten. Und so stand für uns fest, 1999 wieder in die Türkei zu reisen.

Da wir nun schon viel gesehen haben, dachten wir uns, wir machen nun einmal einen Erholungsurlaub, Meer und Sonne in ausreichender Menge.

Doch als wir in Antalya ankamen, totale Ruhe auf dem Flughafen, in der Stadt herrscht Ruhe und auch im Hotel, nur ca. 30 % belegt. Es tut uns richtig weh, hier mit anzusehen, welche zerstörerische Macht die Medien haben und die Meinung der Menschen vorgebildet werden kann. Viele Restaurants und Hotels, welche sonst Platzprobleme haben, sind auf einmal geschlossen. Es ist traurig. Nun bekommt unsere Beobachtung vom Herbst neuen Wind, wir laufen abends durch die Stadt, und es tönt von den Tischen: Strastwuite (Ein Gruß wie Guten Tag oder Merhaba) in bestem russisch.

So schön wie es war, 2 Wochen Ruhe, so sehr tut es uns für die Menschen in der Türkei leid, die vom Tourismus leben. Und das sind nicht wenige.

Im Herbst 1999 dann die nächsten Katastrophen, welche über das Land herziehen. Die schweren Erdbeben in Istanbul haben das Land gezeichnet. Wir haben von unserer Seite her einen kleinen Beitrag geleistet, um die Wunden, welche nun durch die Naturgewalten gerissen worden, zu schließen. Die Türkei selbst wir noch längere Zeit damit zu kämpfen haben. In diesem Zusammenhang muß man sich die Frage stellen, ist der Mensch mit seiner grenzenlosen Gier nicht ein wenig selbst Schuld an dem was mit dem blauen Planeten passiert ? Wem nutzen unterirdische Atomtest`s, welche angeblich keine Folgen hätten. Es ist so, als würde eine Feder an der Nase kitzeln und dann kommt das Nießen mit der zerstörerischen Gewalt....! Das passt nun gerade hierher, da die Region um Istanbul davon betroffen wurde (siehe den Sonderbeitrag von Aysen "Erdbeben").

Abschließend möchte ich sagen, die Türkei ist ein Land, welches eine Reise lohnt, zu jeder Zeit. Hier leben Menschen, welche eine ungebrochene Freude am Leben haben, welche mit dem, wie sie leben, zufrieden sind und mit dem wenigen, was sie haben, glücklicher als manch einer von uns ist. Ein ganz großes Plus ist die hervorragende türkische Küche, welche nicht umsonst als eine der besten der Welt bezeichnet wird. Bezogen auf die Küche, gibt es auch das totale Gegenteil, die USA, wir waren im Herbst 99 3 Wochen dort und sind viel herumgekommen. Wie sehnt man sich dann nach den tollen Gerichten, welche hier gezaubert werden. Wer dieses und andere Sachen über uns lesen möchte, den laden wir an dieser Stelle recht herzlich ein, unsere Homepage unter www.rosemann-online.de zu besuchen.

Um direkt mit uns Kontakt aufzunehmen, hier die Adressen: christina@rosemann-online.de und joerg@rosemann-online.de



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Aysen Doymaz
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Revised : 27.10.1999