
Ein Tag
auf dem Meer ... von Martina
Ein Tag auf dem Meer...
Der Wecker klingelt, die
Sonne scheint schon ziemlich heftig ins Schlafzimmer... gnnaah! aufstehen im Urlaub? Muss
das sein??? Ja, es muss, denn heute erwarten mich Dilek und Bircan, Lehrerinnen in den
großen Ferien, und sie kennen kein Erbarmen: um 8 Uhr wollen wir uns zum Frühstück in
Dileks putziger Wohnung direkt am Hafen von Alanya treffen. Necati ist schon zur Arbeit
und natürlich habe ich mal wieder verschlafen. Es ist nach halb neun, als mich die beiden
Mädels schon wild gestikulierend an der Tür begrüßen. Jetzt reicht es nur noch für
eine schnelle Tasse Kaffee, im Stehen auf dem Balkon getrunken. Da sind auch schon die
anderen aus der Clique, alles junge Lehrer, zum größten Teil aus Ankara, alle im Urlaub.
Lärmend machen wir uns auf den Weg zu einem der großen Touristenboote, die jede Menge
gut gelaunte Menschen aufnehmen (warum, um Himmels willen, sind die alle so wach???? Es
ist noch nicht mal zehn!)
Das Schiff legt
pünktlich um 10 Uhr ab, vorbei am Burgberg und der seldschukischen Werft, die man nur vom
Wasser aus gebührend bewundern kann. Höhlentour ist angesagt. Zuerst kommt die
"blaue Grotte", wir springen über Bord und schwimmen hinein - sobald die Sonne
nicht mehr in die Höhle scheint, schweben wir im strahlend blauen Licht. Es ist traumhaft
schön, keiner will so richtig wieder raus, aber leider "stehen" die anderen
Boote schon Schlange. Also wieder rausgeschwommen und aufs Boot geklettert. Weiter geht
die Fahrt, wir haben jede Menge Spaß, malen uns gegenseitig Comics vor, futtern das
mitgebrachte Obst und sind natürlich schon satt, als der "Smutje" zum
Essenfassen ruft. Aber die leckeren Fische und Hühnchen wandern doch noch in unsere
Mägen. Nach dem Essen erste Müdigkeitserscheinungen, die "Damen" gehen aufs
Oberdeck sonnenbaden, die Jungs halten unten die Tische fest.
Dann heisst es: "wer
traut sich???" Die Piratenhöhle will erforscht werden. Ich kapiere nur die Hälfte.
Wieder springen wir vom Boot, schwimmen zu den Felsen und lassen uns mit viel Hallo von
den Männern hochhieven. Barfuss klettern wir die ca. 5 Meter bis zur Höhlenöffnung und
verschwinden nach und nach in der dunklen Höhle, nur von einer Taschenlampe geleitet.
Dann der große Schrecken: Grinsend steht der "Führer" vor einer Öffnung,
unter uns in mindestens 100 Meter Tiefe (ok, es waren 10 Meter, aber auch die sind
wahnsinnig tief) - das Meer. Da soll ich runterspringen? Nie im Leben. Unter viel
Gelächter wird mir bedeutet, dass ich dann eben hier bleiben müsse - also springe ich
schreiend in die Tiefe.
Wieder auf dem Schiff
angekommen werde ich für meinen Heldenmut ausgiebig gefeiert und die erste Flaschen Raký
kreist. Während wir ausgelassen feiern, gibt es noch einen letzten Schwimmstop ausserhalb
Alanyas, in einer noch stillen Bucht, die irgend wann einmal einen neuen Yachthafen
aufnehmen soll, dann geht es wieder zurück. Um 18.00 Uhr landen wir wieder im Hafen und
rufen uns ein Taxi für die Heimfahrt, nicht ohne uns für den Abend wieder zu verabreden.
Wir wollen tanzen gehen, wie gestern abend in die "Kangaroo-Bar", wo eine
hervorragende Band türkische Popmusik spielt.
Was daran so besonderes
war? Ich spreche so gut wie kein Türkisch und bis auf Dilek, die etwas Englisch kann,
spricht keiner Deutsch oder Englisch... und wir haben uns den ganzen Tag prächtig
unterhalten!
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Aysen Doymaz
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Revised : 22.03.2000