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Russischer
Öltanker brach im Bosporus auseinander |
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Während das Marmarameer noch schwärzer wird....
Nehmen wir
den ‘’Sturm’’ , seine Stärke und die von ihm verursachten Schäden als
Naturkatastrophe hin. Beschuldigen wir nicht die Meteorologen, die nicht voraussagen
konnten, daß der Sturm ein altes Schiff hierher verschleppt und mitten entzwei bricht. Sehen wir auch von
Regierungen ab, die jedem Öltransport, egal wie verantwortungslos er einem Ort mit so
bedeutsamen historischen Gebäuden wie dem Bosporus gegenüber sein mag, untätig
zuschauen. Und vergessen wir auch mal das Umweltschutzministerium, das sich in diesem Fall
nicht für die Naturschutzwerte einsetzte, und vergessen wir die Regierung in Istanbul,
die keinen Notplan vorbereit hat für solche Tankerunfälle, die wir sehr oft erlebt haben
und wahrscheinlich noch weiter erleben werden. Und noch die Russische Reederei und den
Russischen Kapitän, die das Schiff im Dezember auf hohe See und in fünf Meter hohe
Wellen schickten, obwohl es nur für Fahrten von März bis November und nur in maximal 2,5 Meter hohe Wellen zugelassen war.
Aber: Was sucht ein laut internationalem Standard als
‘’Fluss’’ Schiff ausgewiesener Tanker im Bosporus von Istanbul??
Auch wenn wir alle anderen Fragen vernachlässigen
wollen, denke ich, daß es auf diese letzte Frage sicher keine ernstgemeinte Antwort geben
kann.
Ich lebe in Istanbul, und den Angaben der Experten zufolge muss ich diese Verschmutzung noch 30-40
Jahre erdulden. Aber nicht nur wir Menschen. Das Schiff namens Wolganeft hatte am 29.
Dezember 1999, als es vom Südwestwind zerrissen wurde, 4.300 Tonnen Öl geladen. An jenem
Abend flossen gleich 900 Tonnen Öl ins Meer. Die ersten Spuren der Vergiftung sahen wir
an den Vögeln, die gestorben sind oder sich zum Sterben am Strand sammelten. Es dürfte
auch nicht überraschen, wenn wir die Ergebnisse dieser Vergiftung am Ende der
Nahrungskette bei den Menschen ankommen sehen.
Die Teilnehmer an den Säuberungsarbeiten sagten nach
sechs Tagen, daß es 75 Tage dauern wird, bis die 7 km lange Florya Küste gesäubert sein
wird. Diese Säuberung wird aber nur einen Teil des Aussehens verbessern. Das Türkische
Meeres Forschungs Center (TÜBAV) sagte, daß diese Gegend erst nach 40 Jahren ihren alten
Zustand wieder zurückerhalten wird.
Die Bilder von Atatürk, auf denen er an der berühmten
Menekse Küste Schwimmen ging, bestätigen
das TÜBAV.
Der Name Wolga errinnert mich an einen anderen
Meeresunfall 1995. Ein Lastschiff namens Wolga Don 5064 wurde am 5.11.1995 vom
Südwestwind im Hafeneingang vom Anker gerissen und brach mitten entzwei. Die Schiffe, die
für den Wolga Fluss gebaut wurden, sind eben nicht geeignet für das Marmarameer, auch
dann nicht, wenn sie im Hafen vor Anker liegen.
Sogar der Name von Wolganeft 248 duftet schon nach Petrol. Denn 248 bedeutet, daß davon mindestens 248 Stück gebaut wurden. Der letzte ist schon weg. Bleiben immer noch 247 übrig!
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