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Heimkehren will ich zum Meer,
hineintauchen in den blauen Wasserspiegel, ins Meer!
Heimkehren will ich zum Meer!
Die Schiffe streben zum Horizont, hell und weit,
ihre straffen Segel sind nicht gebläht vom Leid.
Ich wäre glücklich, könnt ich einmal
auf einem solchen Schiff Wache tun.
Da uns der Tod eines Tages gewiss ist, nun
so möcht ich wie ein in der Flut versickerndes Licht
verlöschen im Meer.
Heimkehren will ich zum Meer!
Heimkehren zum Meer!

Nazim Hikmet

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Wenn ich weine, hören Sie meine Stimme?
In meinen Zeilen?
Können Sie berühren,
Meine Tränen mit ihren Händen?

Ich wusste nicht, dass die Lieder so schön,
Und auch die Wörter so hilflos sein können,
Bevor ich in diesem Kummer versank.

Es gibt einen Ort, ich weiss es,
Alles zu sagen ist dort möglich,
Ich bin dem Ort ziemlich nah, höre:
Ich kann es nicht erklären.

Orhan Veli Kanik
übersetzt von Aysen Doymaz

 

Seh

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Ich wünsche, vor Dir zu sterben,
Glaubst Du vielleicht, daß der jenige, der nach dem zuerst gegangenen
(gestorbenen) folgt, den zuerst verstorbenen finden wird ?
Ich glaube kaum.
Das Beste ist, du lässt mich verbrennen und
tust mich in eine Urne, auf den Kamin in Deinem Zimmer,
Die Urne soll aus Glas sein,
aus durchsichtigem, klarem Glas,
damit Du mich auch sehen kannst.
Du versteht schon was für Opfer ich bringe :
Ich verzichte zu Erde zu werden,
verzichte Blumen zu sein,
damit ich bei Dir bin,
und ich werde zu Staub, lebe bei Dir.
Später, wenn Du stirbst,
kannst Du auch kommen in meine Urne
und wir können dort zusammensein,
in meiner Asche ist dann Deine Asche,
solange bis eine versteute Braut
oder gar ein untreuer Enkel uns von dort wegwirft.
Aber bis dahin werden wir so ineinandergeraten,
so daß im Müll sogar unsere Teilchen zusammen sein werden.
In die Erde werden wir gemeinsam verteilt werden.
und wenn eines Tages eine wilde Blume von diesem Teil Erde
Feuchtigkeit nehmen und aufgehen sollte,
werden sicherlich zwei Blumen aufblühen : Du und ich !
Ich denke noch nicht an den Tod.
Ich möchte noch ein Kind zur Welt bringen,.
Es trägt Leben von mir,
mein Blut kocht.
Ich werde noch leben, lange noch,
aber mit Dir zusammen.
Jedoch habe ich auch keine Angst vor dem Tod.
Nur sehr unfreundlich finde ich unsere Begräbnisart.
Bis ich sterbe wird es sich verbessern, vielleicht.
Gibt es eine Chance, daß Du in diesen Tagen von der Haft entlassen wirst.
Eine innere Stimme sagt mir : VIELLEICHT !

Nazim Hikmet

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Eine Nacht,
In der Nacht Schlaf...
In dem Schlaf ich..
Ich schlafe,
Bin im Schlaf,
Neben mir Du. 

In dem Schlaf ein Traum,
In meinem Traum eine Nacht,
In der Nacht ich,
Ich gehe irgendwohin,
Ganz verrückt...
In meinen Gedanken Du.

Ich liebe Dich,
Heimlich..
Voller  Hochachtung,
Schaue dein Gesicht,
Ohne zu sagen
Eine Silbe.

Ich verliere dich,
In einem ganz dunklen Moment....
Plötzlich wache ich auf;
Sehe, es ist schon hell...
Du schläfst neben mir....
So schön.

Özdemir Asaf
übersetzt von Aysen Doymaz

 

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I
An nichts litt er in dieser Welt so sehr
Wie an seinem Hühnerauge.
Sogar, daß er häßlich war,
Störte ihn nicht sonderlich.
Wenn seine Schuhe zufällig nicht drückten,
Dachte er nicht gleich an den Namen Gottes,
Aber ungläubig konnte man ihn auch nicht nennen.
Schade um Süleyman Efendi.

II
Kein Problem und keine Frage war
To be or not to be für ihn.
Eines Abends schlief er ein
Und wachte nicht mehr auf.
Man nahm ihn und trug ihn fort.
Man wusch ihn, sprach das Totengebet, er wurde begraben.
Wenn seine Gläubiger von seinem Tod hören,
Werden sie ihm sicher gern seine Schulden erlassen.
Was seine Forderungen betrifft,
Forderungen hatte der Selige keine.

III
Sein Gewehr brachte man ins Depot.
Seine Kleider bekam ein anderer.
In seinem Leinensack keine Kruste Brot,
Keine Spur seiner Lippen mehr an seiner Wasserflasche.
Ein Wind,
Weggeweht.
Nicht einmal sein Name blieb als Erinnerung.
Nur dieser Zweizeiler
Am Kamin des Cafés in seiner Handschrift:
"Der Tod ist Gottes Gebot,
Wenn er nur keine Trennung wäre."

Orhan Veli Kanik
(Übertragung: Yüksel Pazarkaya)

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Ich lebe so wie früher
Gehe spazieren und denke...
Nur fahre ich ohne Fahrkarte mit dem Schiff und dem Zug
Und kaufe ein ohne feilschen zu müssen.

Nachts bin ich in meiner Wohnung, es geht mir gut
(Könnte ich doch auch das Fenster öffnen, wenn es mir langweilig wird)
Ach ... mich am Kopf kratzen, Blumen pflücken,
Hände drücken möchte ich manchmal.

Melih Cevdet Anday
(Übertragung: Yüksel Pazarkya)

 

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Wenn du lachst, öffnen sich Rosen Rosa-Rose
Nachtigallen sangen von dir, wir hörten zu, Rosa-Rose
Wenn du kommst kommt der Frühling, Rosa-Rose
Im Strom der Flüsse kommst du, wir freuten uns, Rosa-Rose

 Mit dem Herbstregen bist du ausgewandert, Rosa-Rose
Wir konnten  es nicht glauben, Rosa-Rose
Unsere Städte stille, unsere Städte ohne dich, Rosa-Rose
So konnte es nicht sein, Rosa-Rose

Auf meinen Lippen ein letztes Lied, Rosa-Rose
Nennt immer noch dich, ruft dich, Rosa-Rose
In meinen Augen eine letzte Wolke, Rosa-Rose
Sucht immer noch dich, wartet auf dich, Rosa-Rose

 Auf meinen Lippen ein letztes Lied,Rosa-Rose
nennt immer noch dich, ruft dich, Rosa-Rose

Baris Manco
Übersetzt von Aysen Doymaz

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Wenn der Tag kommt, die Anker zu lichten, verlassend die Zeit, 
Legt ein Schiff ab ins Unbekannte, fort vom Hafen so weit.

Nimmt Fahrt auf in der Stille, als hätt’s keinen Passagier,
Nicht Taschentuch noch Arm winkt beim Abschied hier.

Am Kai die von dieser Reise Verbleibenden schauen so bang
Mit feuchten Augen auf des Horizonts Schwarz tagelang.

Weder ist dies das letzte Schiff - hilflose Herzen!
Noch die letzte Trauer im Leben voller Schmerzen!

Geliebte und Liebende warten umsonst auf der Erden
Nicht  wissend, dass die Lieben nie zurück kommen werden.

All die vielen, die gegangen, sind nun wohl glücklich fort zu sein.
All die Jahre sind vergangen, von dieser Fahrt kehrt keiner mehr heim.

Yahya Kemal Beyatli

 

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Wie viel Schlaf bleibt dir noch in deinen Nächten
Niemals mehr wird es Morgen werden
Deine Augen starren auf einen Punkt an der Zimmerdecke
Weder Laken noch Kissen verstehen das Leid
Kein heller Schein auf den du wartest kommt von den Fenstern 
Eingeschlossen in dein Bett weinst du über deine Hilflosigkeit
Ihre unvergessliche Gestalt
Erfüllt dich wie ein tiefer Zug aus deiner Zigarette
Was lieben ist verstehst du eines Tages.
Eines Tages verstehst du dass eigentlich alles andere umsonst ist
Ehre Tugend Gutes Schönes.
Eines Tages schlägst du deinen Kopf an die kalten Steinwände
um ihre Stimme ein einziges Mal zu hören 
Deine Verletztheit deine Zerbrochenheit wachsen und wachsen
Du spürst den tiefen Schmerz der Hilflosigkeit 
Was lieben ist verstehst du eines Tages.
Eines Tages verstehst du wozu deine Hände dienen
Wieso sie dir gegeben sind
Wieso du auf diese schreckliche Welt gekommen bist
Lange lange blickst du in den Spiegeln auf deine Schönheit
Trauerst um die umsonst enteilenden Jahre 
Deine Augen füllen sich du wirst traurig
Was lieben ist verstehst du eines Tages.

Ümit Yasar Oguzcan 

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Traum

                 
  
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AKGÜN AKOVA

übersetzt von Çiçek Bacik
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Raum

Tag fuer Tag gestalte ich mich meinem Raume nach,
verfeinere diese seufzende Existenz von neuem,
wer weiss, wohl empfinde ich das Schicksal
eines Insekten,
das einen Dürren Ast von innen fressend
allmählich zu einem Ast wurde,
jenes seine seltsame Schicksal

ähnlich weder der Unsterblichkeit noch dem Tode.

Edip Cansever

übersetzt von Mustafa Ziyalan

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Aysen Doymaz.
Copyright © 2000
Stand: 17.01.2000