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Der Türkische Garten , von Marianne
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Der Türkische Garten

Wenn der Manavgat Fluß die Berge und Wälder des Taurus verläßt und seine kleinen weißen Schaumkronen in den träger werdenden türkisfarbenen Wassern ertrinken, dann beginnen sich die Uferböschungen mit rosa und weiß blühendem Oleandergebüsch zu schmücken.
Als blitzendes Silberband sich durch die Ebene windend, speist er nun die Bewässerungskanäle, die wie Aderngeflecht die fruchtbaren Felder zerteilen.

Manch Anwesen erstreckt sich bis zur kühlen Frische der süßen Wasser, versteckt hinter der üppigen Fülle blühender Gärten, deren Grün mit dem des Flusses verschmilzt.

Mein Blick wandert sehnsüchtig durch eines der verwitterten kunstvoll aus Eisen geschmiedeten Tore, das in eine Mauer aus Naturstein eingelassen ist. Ein wenig türkische Konversation, ein paar höfliche Worte nach dem Wohlbefinden, gewechselt zwischen meinem Begleiter und dem Besitzer werden zum „Sesam öffne dich“. Mit einer Geste der Gastfreundschaft läßt uns dieser in seinen zauberhaften Garten eintreten. Er selbst bleibt bescheiden im Hintergrund, unaufdringlich Ton in Ton bräunlich, vom wettergegerbten Gesicht bis zur Türkenhose, verliert er sich zwischen den Baumstämmen.

Aus dem sattgrünen Gras strecken Palmen und Maulbeerbäume ihre Kronen dem tiefen Blau des südlichen Himmels entgegen. Ein Gewirr von blühenden Kletterpflanzen und Rosenrabatten malen ihre Farbenpracht in den schattigen Orangenhain, vom zarten rosa bis zum dunklen violett, und wir glauben uns in den Garten des Paradieses versetzt. Basilikum, Minze,Thymian und Jasmin erfüllen die Luft mit ihren betörenden Düften. Weich wie Samt fühlen sich die Gräser unter unseren Füßen an. Sanft neigt sich alles hinunter zum Fluß, wo die Wellen gegen eine niedere Begrenzungsmauer glucksen und die Boote leise, verträumt an ihren Leinen schaukeln. Auf der kleinen Mole, unter einer Weinlaube, laden ein grob gezimmerter Tisch und Holzbänke zum Verweilen in der erfrischenden Kühle ein. Umhüllt vom prachtvollen Zauber des Gartens, lassen wir unsere Blicke eine Weile auf dem in der Sonne glitzernden Manavgat ruhen.

Der Besitzer verehrt mir zum Abschied eine aufgeblühte Rose voll von verführerischem Duft. Wie im Traum sage ich als Gehende mein ALLAHA ISMARLADIK (auf Wiedersehen) und werde mit GÜLE GÜLE (geh lachend) zum Wiederkommen aufgefordert. INSCHALLAH! Wenn Gott es will.

Marianne  

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Revised: 1.09.2000
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